Der Begriff ad hominem ist mir zu eingrenzend und die Möglichkeiten zu technisch und mit zu viel Raum zur Eskalation.
Da du den Begriff "ad hominem" verwendest, gehe ich davon aus, dass du den Begriff "Fehlschluss" in diesem Rahmen richtig einsortieren kannst. ;-)
Weiterhin vorausschicken möchte ich, dass nach meinem Vorschlag das Gremium lediglich auf Antrag tätig würde.
Deine Ausführungen würden allerdings eine technische Umsetzung in jedem Fall aber eine ständige Moderation bedeuten. Eine zuverlässige, technische Realisierung sehe ich nicht und eine dauerhafte Moderation möchte ich niemanden zumuten.
Zwar ist jeder Ad Hominem Angriff ein Verlassen der Sachlichen Ebene und/oder eine persönliche Differenz, allerdings gilt der Umkehrschluss nicht. Daher ist der Begriff zu eng gefasst.
Wesentliches Merkmal meiner Idee ist die Sensibilisierung (Aufmerksam machen auf einen Verstoß). Erst wenn diese fehlschlägt, sollen Sanktionen folgen. Ebenso muss es erst einmal jemanden geben, der sich angegriffen fühlt, ich will auf keinen Fall einen Sittenwächterrat installieren. Sollte die Praxis zeigen, dass es zu Machtmissbrauch kommt, muss man entweder Einschränkungen finden, oder den gefundenen Ansatz als falsch verwerfen.
Die Möglichkeit der Erwiderung (Reaktion) durch den oder die Angegriffenen läuft dem Sensibilisierungsgedanken zu wider, da es eine Eskalationsstufe erlauben würde.
Beispiel:
A wird gegenüber B unsachlich/persönlich. B entgegnet, dass er das als Verstoß ansieht, was typisch für A wäre (kommt ja leider häufiger vor). A reklamiert darauf - formal vollkommen zurecht - einen Ad Hominem Angriff mit der Bemerkung, dass aus aus dem KV/Umfeld von B ja auch nichts anderes zu erwarten gewesen wäre, was wiederum C und D auf den Plan ruft....
Daher soll die Reaktion dem Gremium vorbehalten sein, dass als (hoffentlich) anerkannte neutrale Stelle lediglich eine sachliche Feststellung treffen kann, ohne persönlich betroffen zu sein. Die Frage der Befangenheit wäre hier noch zu klären. Wie gesagt, ist der Vorschlag nicht perfekt. ;-)
Abgesehen davon ist das Gremium in meinem Vorschlag lediglich zur Bewertung von Aussagen in Hinsicht auf Verträglichkeit mit dem Programm gedacht, nicht zur Beurteilung von persönlichen Differenzen.
Eingetragen vor 9 Jahren von P****a